COTTBUS – KÖNIGS WUSTERHAUSEN

Berliner Hauptbahnhof und es ist 6:20 Uhr am 30. Dezember 2018.

1116 René und ich stehen mit unseren Fahrrädern auf dem Bahnsteig neben Gleis 12 und warten auf den Regionalexpress der ODEG, der uns von Berlin nach Cottbus transportieren wird. Wie abgesprochen war ich ein paar Minuten vor René an Startpunkt unserer Reise eingetroffen und hatte die Fahrkarten für uns (je 14,50 €) und unsere Fahrräder (je 3,30 €) gekauft.

Pünktlich um 6:32 Uhr startet unser Zug und wir gleiten in einem sauberen Zug Mitten durch die Stadt Richtung Ostbahnhof und weiter nach Cottbus.

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Fast auf die Minute genau erreicht wir den Hauptbahnhof in Cottbus. Wir schnappten uns unsere Fahrräder und bewegten uns zur Empfangshalle wo wir auf Kim treffen sollten, dem Grund unserer Reise nach Cottbus. Sie war vor zwei Tagen in Meerane aufgebrochen und war über Dresden nach Cottbus geradelt. Zwei Tage Schmuddelwetter war sie bereits auf der Strasse unterwegs und dabei über 200 Kilometer zurückgelegt.

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Wir hatte noch keine fünf Minuten gewartet da kam Kim auch schon angerollt. Nach einem kleinen Frühstück aus dem Backshop im Bahnhof schwangen wir uns auf unsere Fahrräder und es ging los.

Ja, unsere Fahrräder! Kim, René und ich hatte unsere Weihnachtsgeschenke zur ersten Ausfahrt dabei. Kim hatte sich ein Bombtrack Hook 2 und René das Beyond 1 ebenfalls von Bombtrack gekauft, beide zum Jahresende. Ich hatte mein komplett selbst aufgebautes BIG BRO von Brother Cycles dabei, dass auch erst vor ein paar Tagen fertiggestellt worden war.

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BIG BRO von Brother Cycles

Bombtrack Beyond 1

Bombtrack Hook 2

So rollten drei stolze Rider durch den Nieselregen und gegen den aus Nord-West kommenden heftigen Wind durch Cottbus. Da gegen 8:30 Uhr wenig bis gar kein Verkehr in der Stadt war konnten wir einige roten Ampeln ignorieren und kamen somit schneller durch die Wohngebiete, den Bereich der Hochschule und ein größeres Gewerbegebiet hinaus in die freie Landschaft. Die ersten Kilometer fuhren wir über asphaltierte Strassen bis wir nach 14 Kilometer, kurz hinter der Ortschaft Briesen, die Spree erreichten.1125229823092302
Wir fuhren auf der Deichkrone der Hochwasserschutzdämme der Spree und der Wind kam exakt von Vorne. Eigentlich war der Wind ein Sturm und wir fuhren Zeitweise mit 14 km/h gegen die Windböen an, wobei er egal war über welchen Untergrund wir unsere Räder rollen liessen. Es ging einfach nicht schneller. Nur wenn wir, was seltenst der Fall war, einen Windschatten durch einen Wald hatten beschleunigten die Räder wie von Geisterhand urplötzlich auf 20 oder mehr km/h.

1128Bei Kilometer 15 bog die Spree, oder wie sie jetzt hiess: „Nordumfluter“, nach Norden ab und wir folgten dem kanalisierten Wasserweg bis Kilometer 36,5. Jetzt ging es über Land nach Lübben (Spreewald). Am Markt, dem zentralen Ortsmittelpunkt, fanden wir die Bäckerei Dreisig wo wir uns einen Kaffee und ein oder zwei Stücke Kuchen bestellten. Ruckzuck waren die Kuchen verputzt und nach knapp einer halben Stunde ging es weiter Richtung Berlin.

Jetzt muss ich hier einmal kritisch mit mir selbst werden: bei der Ortseinfahrt nach Lübben gab mein Garmin, ein eTrex 30x, den Geist auf. Die Batterien waren verbraucht und ich hatte keinen Ersatz dabei. Schlechte Vorbereitung! Zum Glück hatte René für sein Licht zwei Batterien eingepackt, die ins Garmin passten, sodass wir uns nicht auf die Suche einer Tankstelle machen mussten, mit der Hoffnung dort gäbe es Batterien!

23172323Nach den Verpflegungsstopp ging es zurück auf den Track und jetzt fuhren wir durch bewaldete Gegend entlang dem Umflutkanal, später wieder der Spree, hin zu der Teichlandschaft südlich von Schlepzig. Was für eine fantastische Strecke! Linker Hand eine Sumpfland, die an die Everglades erinnert, durch die die Spree mäandert und rechter Hand riesige Fischteiche, die zum Teil abgelassen als enorme Moorastflächen dalagen und zum anderen eine traumhafte Kulisse für das Spiel der Wolken boten. Vielleicht sollte ich erwähnen, dass zwischenzeitlich der Wind nachgelassen hatte, der Nieselregen aufgehört hatte und zu befeuchten und hin und wieder uns ein verschämter Sonnenstrahl anlachte. Und was soll ich sagen, zum Anblick eines phänomenalen Landschaftspanoramas kam noch ein Gravel als Untergrund von dem mensch nur träumen kann. Jedoch hat jeder Traum ein Ende und am nördlichen Ufer des Inselteiches mussten wir wieder zurück auf den Asphalt.

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Ausser in Lübben sind wir unterwegs vielleicht drei oder vier Personen begegnet. Jetzt erreichten wir mit Schlepzig einen touristischen Hotspot des Spreewaldes mit Wirtschaften, Biergärten und einem Hafen mit Spreewaldkähnen und Reedereien die Touristen auch Ende Dezember durch den Spreewald chauffierten.

2349Über die Landstrasse ging es bis zur Ortschaft Krausnick. Wir bogen diesmal am Ortseingang rechts ab und fuhren über Waldwege Richtung Groß Wasserburg und von dort nach Köthen am Köthener See. So umgingen wir die Krausnicker Berge, die zwar nicht sehr hoch dafür aber giftig im Anstieg sind. Wer es kräftig haben möchte fährt von Krausnick Richtung Tropical Island und biegt kurz vor dem Bademonster rechts ab in den Wald und nimmt die „Alte Poststrasse Berlin – Lübben“. Ein Traum für den Liebhaber oder die Liebhaberin von Höhenmeter!

71 Kilometer nach unserem Start erreichten wir Märkisch Buchholz und damit den Fluss Dahme, der ab sofort immer schön rechts von uns durch die Landschaft strömte. Nach paar Meter auf dem Radweg neben der B179 bogen wir erneut in den Wald ab um beim Forsthaus Klein-Hammer wieder auf dem Dahme-Radweg zu landen, dem wir jetzt vorbei an Hermsdorfer Mühle bis Prieros. Hinter Prieros bogen wir erneut rechts ab und fuhren schön durch Matsch nach Friedrichsbauhof und über die schön geschwungene Fussgänger- und Fahrradbrücke über die Dahme-Wasserstrasse nach Dolgenbrodt. Jetzt ging es über die Landstrasse weiter bis Bindow, erneut über die Dahme und durch Senzig bis nach Königs Wusterhausen. Zwischenzeitlich hatte wir Drei beschlossen am Bahnhof unsere Radtour enden zu lassen und mit einem wohlverdienten Bier mit dem Zug zurück nach Berlin zu fahren. Dies taten wir auch.

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Bis zum Bahnhof sind wir gemäß Track 103,5 km gefahren. Durch kleine Umwege, die Fahrt zum Bäcker in Lübben und sonstige diverse Schlenker waren gemäß Komoot 117,71 km und wir haben dann doch noch einen Durchschnitt von 20,05 km/h geschafft. Bis Lübben lag der Durchschnitt bei 16,85 km/h.

Gemeinsam fuhren wir erschöpft, Biertrinkend, stolz auf unsere neuen Ponys, die jetzt schmutzig im Zug standen, und glücklich bis Ostkreuz. Dort verteilten wir uns auf unsere Zubringerbahnen da jeder an einem anderen Ende von Berlin wohnt.

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P.S.: Noch bevor ich unter die Dusche hüpfte wurde das BIG BRO in der Dusche vom Schutz befreit.

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Hier geht es zum Track: Cottbus-Berlin

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Infos zu Cottbus

Infos zu Lübben

Infos zu Schlepzig

Infos zu Märkisch Buchholz und eine Anmerkung für Bikepacking:

Am Ortsrand gibt es einen wunderbaren Wasserwanderrastplatz Er liegt direkt an der Dahme, besitzt eine Feuerstelle und ein Sanitärgebäude. Für ein paar wenige Euros können dort Wasserwanderer und auch Fahrradwanderer biwakieren. Infos

Infos zu Königs Wusterhausen

Dank an René für die Fotos!

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